Nach Berlin? Nein, nein Benin! Wer von diesem Reiseziel spricht,
wird häufig die gleiche Frage hören. Dabei ist das ehemalige Dahomey
immerhin so groß wie Österreich und die Schweiz zusammen.

Benin liegt am Golf von Guinea und grenzt im Westen an Togo
und Burkina Faso, im Norden an Niger und im Osten an Nigeria.

Die wirtschaftlich wichtigste Stadt Benins mit einem der größten
Häfen Westafrikas heißt Cotonou. Die Hauptstadt ist Porto Novo.
Benin hat drei verschiedene Landschaftstypen: die südliche Küstenregion mit Sandstränden und palmenumsäumten Lagunen, das grüne und gemäßigte kühle Atacora Gebirge und den Norden mit Mischwald und Savanne mit einer artenreichen Tierwelt.

In Benin leben ca. 9 Millionen Einwohner. Es gibt über 50 verschiedenen Ethnien. Die größte Volksgruppe in Benin mit rund 45 Prozent der Bevölkerung ist die der Fon, neben vielen weiteren Gruppen wie z.b. die der Adja, Bariba, Fulbe
und Yoruba. Offizielle Amtsprache ist französisch. Über die Hälfte der Bevölkerung Benins gehören Naturreligionen an. Voodoo (auch Vodun, Voudou oder Wodu), die bekannteste dieser Religionen, leitet sich aus einem Begriff der Fon für "Gottheit" ab. Voodoo ist in Benin zusammen mit dem Christentum (25 %) und dem Islam (15%) offiziell anerkannt.

Benin gilt als Pionier der afrikanischen Demokratisierung und positives Beispiel für ein friedliches Afrika.
Es ist aber auch eines der ärmsten Länder der Welt - die Nummer 161 von 182 Staaten laut dem Human Development Index der UN. Über die Hälfte der Bevölkerung Benins lebt von der Landwirtschaft, 35% sind in Dienstleistungsbetrieben beschäftigt. Die Wirtschaft ist noch wenig entwickelt und besondere Rohstoffvorkommen gibt es nicht.
Noch immer ist das Haupthindernis der gesellschaftlichen Entwicklung in Benin die mangelhafte Schulbildung der Einwohner Benins. 70% der Bevölkerung werden zu der Gruppe der Analphabeten gerechnet.
Der Schulbesuch ist für sehr viele Kinder noch immer ein Wunschtraum. In manchen entlegenen Dörfern des Landes existiert noch gar keine Schule! Viele Grundschulen sind in einem katastrophlaen Zustand (siehe Bild oben).
Zum Glück kostet der Besuch staatlicher Grudschulen aber kein Geld mehr.
Seit Benin 1960 unabhängig geworden ist, hat das Land eine wechselhafte Geschichte durchlaufen. Erst lösten sich 8 Militär- und Zivilregierungen ab, dann ergriffen 1972 die Kommunisten die Macht, erklärten den Marxismus-Leninismus zur Staatsideologie und benannten das Land in die sog. Volksrepublik Benin um.
1990 gab sich Benin eine neue liberale Verfassung.1991 folgten freie und demokratische Parlamentswahlen.
Seit 1984 wurde das Land mit kurzer Unterbrechung von Mathieu Kerekou regiert. 2006 wurde ihm ein Wahlantritt nicht mehr gestattet, da er bereits zwei Legislaturperioden regiert hatte. Im Gegensatz zu vielen anderen afrikanischen Staatsoberhäuptern verzichtete Kérékou auf eine Verfassungsänderung, um länger an der Macht bleiben zu können.
Bei der Präsidentschaftswahl in Benin im März 2006 erhielt der parteilose Kanditat Yayi Boni die meisten Stimmen, gefolgt von dem früheren Parlamentspräsidenten Adrien Houngbédji und dem Sozialdemokraten Amoussou.
Nach seinem Sieg versprach Yayi Boni, der vorher als Präsident der Westafrikanischen Entwicklungsbank (BOAD) tätig war, "eine Regierung von jungen, sauberen, integren und neuen Menschen" und benannte "gute Regierungsführung und Transparenz" als seine Prioritäten.
Die Unterstützung für den Präsidenten ist seitdem in Benin stetig gesunken, da seine angekündigten Reformen im Bereich Good Governance und Korruptionsbekämpfung weit hinter den Erwartungen der Bevölkerung zurückgeblieben sind. 2011 wurde Boni Yayi trotz der lauten Kritik mit 53 Prozent der Wählerstimmen bereits im ersten Wahlgang in seinem Amt bestätigt. Der Oppositionskandidat Adrien Houngbédji erhielt 35 Prozent der Stimmen.
Die Bundesrepublik Deutschland unterhält sei 1960 diplomatische Beziehungen zu Benin. Der Schwerpunkt liegt im Bereich der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Am 3.Juli 2003 wurde in Berlin das sechste Umschuldungs-
abkommen zwischen Deutschland und Benin unterzeichnet. Mit diesem Abkommen gewährte Deutschland dem Land Benin den abschließenden Schuldenerlass im Rahmen der Kölner Schuldeninitiative in Höhe von knapp 3 Millionen Euro.