Nach Berlin? Nein, nein Benin! Wer von diesem Reiseziel spricht,
wird häufig die gleiche Frage hören. Dabei ist das ehemalige Dahomey
immerhin so groß wie Österreich und die Schweiz zusammen.

Benin liegt am Golf von Guinea und grenzt im Westen an Togo
und Burkina Faso, im Norden an Niger und im Osten an Nigeria.

Die wirtschaftlich wichtigste Stadt Benins mit einem der größten
Häfen Westafrikas heißt Cotonou. Die Hauptstadt ist Porto Novo.
Drei völlig andere Landschaftstypen bietet das Land seinen Besuchern: die südliche Küstenregion mit Sandstränden
und palmenumsäumten Lagunen, das grüne und gemäßigte kühle Atacora- Gebirge und den Norden mit Mischwald
und Savanne mit einer artenreichen Tierwelt.

In Benin leben knapp 7 Millionen Einwohner.
Es gibt über 50 ethnische Gruppen mit nahezu ebenso vielen verschiedenen
Sprachen. Kein Wunder also, dass Französisch, die Sprache der einstigen
Kolonialherren, als Amtssprache geblieben ist.
Über die Hälfte der Bewohner gehören traditionellen Religionen an.
Daneben gibt es etwa 25% Christen und 12% Muslime.

Seit Benin 1960 unabhängig geworden ist, hat das Land eine wechselhafte Ge-
schichte durchlaufen. Erst lösten sich 8 Militär- und Zivilregierungen ab, dann
ergriffen 1972 die Kommunisten die Macht, erklärten den Marxismus-Leninis-
mus zur Staatsideologie und benannten das Land in Volksrepublik Benin um.
1990 gab sich Benin eine neue liberale Verfassung.
1991 folgten freie und demokratische Parlamentswahlen.
Seit 1984 wurde das Land mit kurzer Unterbrechung von Mathieu Kerekou
regiert. 2006 wurde ihm ein Wahlantritt nicht mehr gestattet, da ein Präsident
nach der Verfassung nicht älter als 70 Jahre sein darf. Im Gegensatz zu vielen
anderen afrikanischen Staatsoberhäuptern verzichtete Kérékou auf eine Ver-
fassungsänderung, um länger an der Macht bleiben zu können.

Bei der Präsidentschaftswahl vom 5. März 2006 erhielt der parteilose Kanditat
Yayi Boni die meisten Stimmen, gefolgt von dem früheren Parlamentspräsiden-
ten Adrien Houngbédji und dem Sozialdemokraten Amoussou.
In der Stichwahl gewann schließlich Yayi Boni, Wirtschaftsspezialist und ehe-
maliger Chef der Westafrikanischen Entwicklungsbank. Die Wahlbeteiligung lag
bei 67 Prozent und damit etwas niedriger als bei der ersten Runde.
Nach seinem Sieg versprach Yayi Boni "eine Regierung von jungen, sauberen,
integren und neuen Menschen" und nannte "gute Regierungsführung und Trans-
parenz" als Prioritäten.

Benin gilt als Pionier der afrikanischen Demokratisierung und positives Beispiel für ein friedliches Afrika. Es ist aber auch eines der ärmsten Länder der Welt - die Nummer 159 von 175 auf dem UN-Index.
Etwa die Hälfte der Bevölkerung Benins lebt von der Landwirtschaft.
15% sind in der Industrie und 35% in Dienstleistungsbetrieben beschäftigt.
Die Wirtschaft ist noch wenig entwickelt und besondere Rohstoffvorkommen
gibt es nicht.

Die Bundesrepublik Deutschland unterhält sei 1960 diplomatische Beziehungen
zu Benin. Der Schwerpunkt liegt im Bereich der entwicklungspolitischen Zusam-
menarbeit. Am 3.Juli 2003 wurde in Berlin das sechste Umschuldungsabkommen
zwischen Deutschland und Benin unterzeichnet. Mit diesem Abkommen gewährt
Deutschland Benin den abschließenden Schuldenerlass im Rahmen der Kölner
Schuldeninitiative in Höhe von knapp drei Millionen Euro.

Noch immer ist das Haupthindernis der gesellschaftlichen Entwicklung die
mangelhafte Schulbildung der Einwohner. Über 60% der Bevölkerung werden
zu der Gruppe der Analphabeten gerechnet. Der Schulbesuch ist für viele
Schulkinder noch immer ein Wunschtraum. In vielen entlegenen Dörfern
existiert noch gar keine Schule. Schulgeldforderungen und die Anschaffung
einer Schuluniform machen es für viele Eltern unmöglich, ihre Kinder zur
Schule zu schicken.